Konsensieren

9. August 2016

Das systemische Konsensieren ist eine Methode, die darauf zielt, Entscheidungen zu treffen, die sich dem größtmöglichen Konsens der Beteiligten nähern.

Wir sind es gewohnt, dass Entscheidungen oft nach dem Mehrheitsprinzip  getroffen werden.
Mehrheitsentscheidungen sind problematisch, wenn man bei mehreren Alternativen eine annähernd gleiche Stimmenverteilung bekommt, keiner nachgeben will und letztlich eine Gewinner-Verlierer-Situation eintritt. Im Extremfall gewinnt dann eine Partei obwohl sie die Mehrheit gegen sich hat. Wird ein solches Ergebnis durchgesetzt, entsteht auf der Verliererseite eine große Frustration, die bis zum Boykott eines gesamten Projekts führen kann.Konsensieren
Beim „systemischen Konsensieren“ bedient man sich eines Abstimmungsverfahrens, das nicht die Zustimmung sondern die Widerstände misst. Die Alternative mit dem geringsten Widerstand hat – positiv betrachtet – die höchste Akzeptanz.
Diese Herangehensweise erscheint auf den ersten Blick etwas befremdlich, weil sie mit Widerstand statt mit Zustimmung arbeitet. Positiv wirkt jedoch, dass bei dieser Methode keine Kampfsituation mehr aufkommen kann bei der es Sieger und Besiegte gibt. Dadurch dass jeder seinen Widerstand in abgestufter Weise einbringen kann, wird jede Befindlichkeit berücksichtigt und Enthaltungen sind eine seltene Ausnahme.

Das systemische Konsensieren ist ein höchst wirksames Werkzeug, das sowohl in Entscheidungsprozessen als auch in Mediationen sinnvoll eingesetzt werden kann.